Allgemein, Tipps

All das Schöne

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Ich habe ein Faible für die schönen Dinge des Lebens. Ich finde sogar relativ viel ziemlich schön. Wenn mich die Schönheit übermannt, finde ich für das Wort „schön“ immer wieder Steigerungen wie zum Beispiel wunderwunderwunderschön hoch 10. Doch obwohl ich die Schönheit der Dinge (er-)kenne, halte ich sie viel zu selten fest, schon gar nicht schriftlich. Hätte ich eine Liste von den all den großen und kleinen schönen Dingen, die ich mag, würde Theater weit oben stehen.

Doch dem Schausiel-Genuss steht allzu oft meine Unentschlossenheit und mein innerer Schweinehund entgegen. Obwohl der Grauburgunder vom Vorabend meinen Kopf fest im Griff hatte, habe ich es am Samstag geschafft, meinem faulen Katerkopf den Kampf anzusagen. Und ich wurde belohnt: „All das Schöne“ im Erlanger Theater Garage entpuppte sich als noch viel schöner, als der Titel bereits versprach.

Die Handlung? Ein Junge, dessen Mutter gerade einen Selbstmordversuch hinter sich hat, beginnt eine Liste zu schreiben, über all die kleinen & großen Dinge, die das Herz erfreuen.

517. Mit jemanden so vertraut sein, dass man ihn nachgucken lässt, ob man Brokkoli-Reste zwischen den Zähnen hat.

Obwohl die Liste der schönen Dinge die Traurigkeit der Mutter nicht vertreibt, wird sie zum treuen Begleiter und schließlich zum Überlebenselixier des Verfassers selbst.

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Was Duncan Mcmillan mit diesem wunderbaren Stück irgendwo zwischen Leben und Tod geschaffen hat, hat The Guardian treffend in Worte gefasst:

Der britische Autor Duncan Macmillan hat mit ALL DAS SCHÖNE „einen lebensbejahenden Monolog über ein todernstes Thema geschrieben, hinreißend, herzergreifend und gänzlich unsentimental“

Mein Vorsatz fürs neue Jahr: Festhalten. Die schönen Dinge. Die banal erscheinenden Dinge, damit ich nicht Gefahr laufe, sie zu vergessen – um zu leben, weiterzuleben & zu überleben.

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Ein improvisierter Puppentanz

Cover-Impro-Hotel

Im·pro·vi·sa·ti·o̱n
Substantiv [die]

1. das Improvisieren; Kunst des Improvisierens
2. ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif Dargebotenes; Stegreifschöpfung, [musikalische] Stegreiferfindung und -darbietung

Lasst die Spiele beginnen…

… aus dem Stegreif. Das einzige Opfer, das die Fädenzieher beim improvisierten Puppenspiel bringen müssen, ist ein wenig Fantasie. Die aus dem Off ins Leben gerufene Spontanfigur hat nämlich ihren eigenen Kopf, die auf skurrilste Art und Weise immer wieder zu überraschen vermag.

Am Samstag logiert das Impro-Hotel wieder im Parks. Für Liebhaber der spontanen Kreativität ein Muss. Wer meint, dass die Schweiz vollkommen unabhängig agiert, irrt: Der improvisierte Zusammenschluss zwischen namhaften Größen der Impro-Szene funktioniert ganz wunderbar.

Keine Ruhe auf den hinteren Plätzen

Der Bonus für die Herren und Herrinnen der Stegreifschöpfung auf den Zuschauerplätzen: Sie dürfen alles, müssen aber nicht. Es sei denn, man erscheint wie ich im formidablen (Nacht-)Gewand. Grob fahrlässig mutiert man so selbst zur Bühne der Improvisation.

Unabhängig von der eigenen Erscheinung bleibt ein Abend mit der (inter-)national vernetzten Impro-Szene im Gedächtnis. So sehr im Gedächtnis, dass es immer wieder aufgefrischt werden will. Süchte können so unschuldig sein.

 

Kontakt-Parks-Impro-Hotel

 

 

 

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