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Rendevouz mit Ted

Manchmal kommt er wieder durch: der Drang nach Veränderung. Früher war dies jedoch fast noch leichter getan, als gesagt. In rasender Geschwindigkeit tauschte ich meine rosafarbenen Roben in ein Scooter-Lookalike mit einem Hauch Gothic ein.

Jetzt weiß ich, wer ich bin: eine Mischung aus Flohmarkt und Hut. Doch meine schwächelnden Augen haben mir eine neue Leidenschaft beschert, mit der ich weiterhin spielen darf: Die Brille. Unausgewachsen in einer Phase der Mini-Rebellion habe ich Gestelle divers auf dem Spielplatz mit Absicht (und nicht aus Versehen) vernichtet, heute gehören sie zu meinen größten Schätzen.

Meine jüngste Brillenaffäre heißt Ted Baker. Man nehme ein bisschen Gold, ein wenig Marmor und eine Portion Schwarz mit Schleifchen garniert und schon ist eine Theresa glücklich – die Augen sowieso. Wo ich dieses Träumchen erstanden habe? Von dem wohl schönsten Brillengeschäft in Erlangen. Beim Brillenkauf darf der Akt an sich ja auch etwas für’s Auge sein.

Die Optikmeisterei wird ihrem Namen gerecht: Bei der Wahl des Gestells ist sie wahrlich meisterlich. In Zukunft werden mein Gesicht nur noch Gläser aus diesem feinen Laden zieren. Die Zeiten der FastFood-Läden à la Mc Brille & Co sind vorbei.

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Gut gegen »Dropdown«

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»Ich bin schon einmal dort gewesen,
an diesem schönen Ort.«

Museum Industriekultur, AUGENHÖHEwege, Filmpremiere. Ein bewegender Ort für ein bewegtes Bild. In doppelter Hinsicht. Zeigt der Film Unternehmen in den Hauptrollen, die den Versuch wagen, Hierarchien auf Augenhöhe zu bringen, präsentiert er sich – ob bewusst oder unbewusst ausgewählt – an einem Ort, der mein orientierungsloses Wesen auf Augenhöhe in das Museumsinventar blicken ließ. Als Praktikantin in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der »museen der stadt nürnberg« wurde sich auf einer Ebene begegnet, zumindest in kommunikativer Hinsicht – mein fehlendes Wissen in Spe ausgeschlossen.

Einreißen, um aufzureißen.

Wie bringe ich die Summe meiner einzelnen Teile auf Augenhöhe, wenn „Größe“ nur eine Variable von vielen ist? Eine Herausforderung, der sich sechs Unternehmen in dem Film »AUGENHÖHEwege« gestellt haben. Die Lösungsansätze zeigen sich genauso flexibel, wie die Wege dorthin. Doch eins ist allen Firmen gemein: Umdenken. Fortschritt erfordert Mut, der die Angst vor ungewollten Rückschritten übersteigt. Tradition vs. Innovation. Wem es gelingt die Fassaden von festgefahrenen Organisationsformen einzureißen, schafft Raum und setzt Impulse (frei). Traditionelle Handlungsoptionen befreien sich von der einengenden Abhängigkeit herkömmlicher Hierarchien und bringen letztendlich das hervor, was verloren zu gehen droht: Freude. Freude an Partizipation, Freude am Verantwortungsbewusstsein – ob für sich und für andere, und final Freude an der »Berufung«.

Kein performativer Selbstwiderspruch

»AUGENHÖHEwege« will auf der Premiere nicht nur präsentiert, sondern auch diskutiert werden. Das Museum Industriekultur mutiert am Tag der Erstausstrahlung zu einer Art hybriden Forum, in dem jede Stimme zu Wort kommen und gehört werden soll. Die vorausgegangen Bilder sind ebenso wenig handlungsweisend wie handlungsbindend. Sie sind die Zündschnur zur Selbstreflexion, Anregung und Inspiration. Dialoge sollen folgen und den Austausch zwischen Anspruchsgruppen divers eröffnen. Der Film will keine Anleitung geben, sondern vielmehr verführen, ebenfalls neue Wege zu gehen.

Das verhandelbare Maß der Dinge

»AUGENHÖHEwege« feierte zeitgleich in mehreren Städten Premiere. Doch das war nur der Anfang. Den ersten Worten werden weitere folgen und mit dem Fortschreiten der Zeit hoffentlich auch Taten. »AUGENHÖHEwege« lässt sich in voller Länge online – ganz legal – streamen und teilen. Jeder darf, kann und soll den Film, seine Gedanken und Ansichten hierzu verbreiten, damit der Dialog sich fortsetzt, bis sich die Augenhöhe vielleicht irgendwann als ein Maß mit dem Hang zur Allgemeingültigkeit etabliert, mit einem Ausmaß auf Verhandlungsbasis.

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Ein improvisierter Puppentanz

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Im·pro·vi·sa·ti·o̱n
Substantiv [die]

1. das Improvisieren; Kunst des Improvisierens
2. ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif Dargebotenes; Stegreifschöpfung, [musikalische] Stegreiferfindung und -darbietung

Lasst die Spiele beginnen…

… aus dem Stegreif. Das einzige Opfer, das die Fädenzieher beim improvisierten Puppenspiel bringen müssen, ist ein wenig Fantasie. Die aus dem Off ins Leben gerufene Spontanfigur hat nämlich ihren eigenen Kopf, die auf skurrilste Art und Weise immer wieder zu überraschen vermag.

Am Samstag logiert das Impro-Hotel wieder im Parks. Für Liebhaber der spontanen Kreativität ein Muss. Wer meint, dass die Schweiz vollkommen unabhängig agiert, irrt: Der improvisierte Zusammenschluss zwischen namhaften Größen der Impro-Szene funktioniert ganz wunderbar.

Keine Ruhe auf den hinteren Plätzen

Der Bonus für die Herren und Herrinnen der Stegreifschöpfung auf den Zuschauerplätzen: Sie dürfen alles, müssen aber nicht. Es sei denn, man erscheint wie ich im formidablen (Nacht-)Gewand. Grob fahrlässig mutiert man so selbst zur Bühne der Improvisation.

Unabhängig von der eigenen Erscheinung bleibt ein Abend mit der (inter-)national vernetzten Impro-Szene im Gedächtnis. So sehr im Gedächtnis, dass es immer wieder aufgefrischt werden will. Süchte können so unschuldig sein.

 

Kontakt-Parks-Impro-Hotel

 

 

 

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»Teatro dei pupi«

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Eine Seifenoper der Puppen

»Die Marionette ist eine Maske – die Maske des Menschen.
Solange es den Menschen gibt, gibt es die Marionette
.« (Mimmo Cuticchio, 1994)
 

Linkes Handwerk

Puppen – meine Familie, meine besten Freunde, meine Kinder. All meine zukünftigen Berufswünsche erprobte ich an Ihnen, von Friseurin über Ärztin. In der Grundschule sollte einer meiner größten Träume wahr werden: Eine Marionette in Handarbeit. Theresa baut sich ihre eigene Puppe. Leider fehlte mir das handwerkliche Geschick und meine zwei linken Händen gebaren einen Zombie an Fäden. Enzo Mancuso wurde das zauberhafte Geschick im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Schon der Urgroßvater ließ im Herzen Siziliens die Puppen tanzen. Enzos Leben? Ein Marionettentheater.

Das Fernsehen Palermos

Ein bisschen Unterhaltung, ein bisschen kulturelle Identitätsstiftung, ein bisschen Nationalbewusstsein – 354 Mal im Jahr verfolgte die Bevölkerung Palermos gespannt die Dramen ihrer »ferngesteuerten Helden«. Die Marionetten lebten, auch jenseits des Theaters. Episode um Episode spielten sich die einzelnen Charaktere in die Herzen der Zuschauer. Was heutzutage Tv-Formate wie »Sturm der Liebe« mehr oder weniger erfolgreich zu leisten vermögen, stellten im alten Palermo Leid und Freud um Karl des Großen und seine Paladine dar. Ähnlich temperamentvoll wie die Marionetten, die an seidenen Fäden unzählbare Kämpfe gegen das Böse ausfechten, war auch das Publikum: Anfeuern. Ausbuhen. Mitfühlen. Rund 200 Puppentheater inszenierten Tag für Tag eine Seifenoper der Marionetten. Doch mit der steigenden Anzahl an Fensehapparaten schrumpfte die Anzahl der handgemachten Bühnen. So zählt Enzos Mancusos Puppentheater zu den wenigen Ensembles, die sich nicht im Kampf gegen die modernen Technologien geschlagen geben mussten.

»puparo« – das Alter Ego der Marionette

Das Puppenspiel erfordert mehrere Talente: So ist Enzo Mancuso nicht nur »Ziehvater« seiner Puppen, sondern auch Regisseur, Bühnenbildner, Intendant, Schreiner und Schneider in einer Person. Mit Holz unter den Füßen, einem Horn in der einen und den Fäden in der anderen Hand erwecken er und seine Spielgefährten mit einer beeindruckenden Stimmenvielfalt die Marionetten zum Leben. Der Soundtrack zur dramatischen Szenerie? Eine Ziehorgel, die nicht nur durch ihr Antlitz zu verzaubern vermag.

Das Puppentheater auf Rädern

Dem italienischen Generalkonsulat in München sei Dank, dass Enzo Mancusos Puppentheater auf Reisen gehen durfte. So wurde vergangenen Sonntag »Gostenhof« zum Palermo der Puppen. Auch wenn mein nicht vorhandenes italienisches Vokabular meinen ersten Besuch in einem sizilianischen Puppentheater einem tosenden Stummfilm ähnelte, ließ mich das Handwerk der »pupari« verzaubert zurück. Außerdem bedarf der ritterliche Kampf um Ehre, Gerechtigkeit und die holde Damenwelt keine Worte – die »Kunst der Duplomatie« ist international verständlich.

Auch wenn Enzo Mancuso mittlerweile wieder in den Geburtsort seiner traditionsreichen Kunst zurückgekehrt ist, blieben seine Helden nicht stumm. So sollte einer Reise nach Palermo ein Besuch in die Welt der Marionetten folgen. Italienisches Sprachverständnis hin oder her, es lohnt.

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Kontakt---Teatro-Mancuso

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Anwalt ohne Recht

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24. Januar

Tag des verfolgten Anwalts

24. Januar – Ein Tag der Anwälte. Der Anwälte ohne Recht. Der Anwälte, die verfolgt werden. Der Anwälte, die um ihr Leben fürchten müssen. Der Anwälte, die inhaftiert sind.

Was am 24. Januar geschah? Vor genau 28 Jahren wurden an diesem denkwürdigen Tag in Madrid vier spanische Gewerkschaftsanwälte von Neofaschisten ermordet. Im Gedenken daran wurde dieses Datum zum Tag des verfolgten Anwalts mit dem Ziel, eine weltweite Aufmerksamkeit für Anwälte zu generieren, die aufgrund ihrer Profession verfolgt, bedroht, oder getötet werden.

Auf Initiative von Amnesty International und dem Presseclub Nürnberg findet morgen auch in Nürnberg zu diesem Anlass eine Vortragsreihe rundum das Thema „Anwalt ohne Recht“ statt. Im Zentrum der Veranstaltung stehen die Geschichten von 5 Anwälten, die im Kampf um das Recht ihr Recht verloren haben. Waleed Abu Al-Khair, Azimzhan Askarov, Spiyat Magomedova, Abdolfattah Soltani & Dr. Mohammed Al-Roken stehen exemplarisch für eine Vielzahl von Betroffenen auf der ganzen Welt.

Shirin Ebadi, die erste Richterin in der Geschichte des Iran und Vorsitzende eines Seants im Teheraner Stadtgericht, die ebenfalls das Schicksal des verfolgten Anwalts teilt, wird in einem weiteren Vortrag von ihrem Leben mit einer Profession, deren Ausübung sie den Freiheitsentzug kostete, berichten.

Den Tag des »Anwalts ohne Recht« eröffnet die Schauspielerin Patricia Litten, die aus dem Buch Ihrer Großmutter »Eine Mutter kämpft gegen Hitler« liest.

Am 24. Januar lohnt es sich auch für die Nichtanwälte unter uns den weltweit verfolgten Anwälten zu gedenken und die morgige Veranstaltung zu besuchen.

Amnesty---Kontakt

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