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Rendevouz mit Ted

Manchmal kommt er wieder durch: der Drang nach Veränderung. Früher war dies jedoch fast noch leichter getan, als gesagt. In rasender Geschwindigkeit tauschte ich meine rosafarbenen Roben in ein Scooter-Lookalike mit einem Hauch Gothic ein.

Jetzt weiß ich, wer ich bin: eine Mischung aus Flohmarkt und Hut. Doch meine schwächelnden Augen haben mir eine neue Leidenschaft beschert, mit der ich weiterhin spielen darf: Die Brille. Unausgewachsen in einer Phase der Mini-Rebellion habe ich Gestelle divers auf dem Spielplatz mit Absicht (und nicht aus Versehen) vernichtet, heute gehören sie zu meinen größten Schätzen.

Meine jüngste Brillenaffäre heißt Ted Baker. Man nehme ein bisschen Gold, ein wenig Marmor und eine Portion Schwarz mit Schleifchen garniert und schon ist eine Theresa glücklich – die Augen sowieso. Wo ich dieses Träumchen erstanden habe? Von dem wohl schönsten Brillengeschäft in Erlangen. Beim Brillenkauf darf der Akt an sich ja auch etwas für’s Auge sein.

Die Optikmeisterei wird ihrem Namen gerecht: Bei der Wahl des Gestells ist sie wahrlich meisterlich. In Zukunft werden mein Gesicht nur noch Gläser aus diesem feinen Laden zieren. Die Zeiten der FastFood-Läden à la Mc Brille & Co sind vorbei.

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Ein Morgen mit Iris Apfel. Danke Netflix.

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Ich bin ein »Senkrechtschauer«. Sobald sich mein Rumpf in die Waagrechte begibt, schließen sich meine Augenlider automatisch. So ist und bleibt der einzige Ort, an dem ich einen Film mit Sicherheit von Anfang bis Ende sehen werde, das Kino. Zwar habe ich bereits unzählige mehr oder weniger bewegende bewegte Bilder gesehen, von den meisten jedoch nur maximal 10 Minuten. Meine Liste der unvollendeten Dinge wird dank des »Püppchenschlafverhaltens« immer länger.

Immer wenn ich kündigen will…

Nicht nur aus dem Grund lohnen sich für mich Investitionen in das Heimkino on Demand nicht. Serien fühlen sich wie unnötig in die Länge gezogene Filme an und die vergleichsweise magere Filmauswahl will mein rastloses Auge einfach nicht zufrieden stellen. Doch jedes Mal, wenn ich beschließe, meinem gestreamten Abonnentendasein ein Ende zu bereiten, spielen Netflix und Co ihre Joker aus.

»More is more and less is bore.«

Iris hieß das heutige Wunderwerk, mit dem ich in nur 1 Stunde und 15 Minuten meinem übergeordneten Lebensziel ein Stück näher kam: Ein Vogel zu sein, ob schrill, seltsam, selten oder alles zusammen, der auch mit 90 Jahren noch funktionstüchtige Flügel hat. In ihren Augen ein »geriatrisches Starlet« – in meinen Augen auf herrlich charmante Art und Weise nicht von dieser Welt. Wie eine zum Leben erwachte Kollektion wundersamer Dinge erscheint Iris Apfel. Doch sie ist nicht wählerisch im herkömmlichen Sinne. Scheinbar instinktiv folgt sie ihrem Geschmack und schafft dabei das, was wohl die wenigsten schaffen: Ihrem Stil treu zu bleiben.

I’m a hopeless romantic. I buy things because I fall in love with them. I never buy anything just because it’s valuable. My husband used to say I look at a piece of fabric and listen to the threads. It tells me a story. It sings me a song. I have to get a physical reaction when I buy something. A coup de foudre – a bolt of lightning. It’s fun to get knocked out that way!

Iris Apfel lässt an den nie enden wollenden Einfallsreichtum der Modewelt glauben, Iris Apfel lässt an die Liebe glauben, mit Iris Apfel versteht man Schönheit neu:

I never felt pretty. I don’t feel pretty now. I’m not a pretty person. I don’t like pretty. So I don’t feel badly. And I think it worked out well, because I found that all the girls I know who got by on their looks, as time went on and they faded, they were nothing. And they were very disappointed. When you’re somebody like myself, in order to get around and be attractive, you have to develop something, you have to learn something, you have to do something. So you become a bit more interesting.

Eine wunderbare Dokumentation mit einer Portion von allem, was der Kopf ab und zu braucht.

Trailerliebe:

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Allgemein, Reise, Tipps

One Shot Not.

Leipzig durch 4 Augen.

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»Du rennst und rennst,
und das Glück rennt hinterher.«

Auf Reisen wird man schnell ungeduldig mit mir. Laufe ich durch unbekannte Straßen, bin ich stets auf der Suche. Auf der Suche nach dem noch Schöneren, dem Verborgenen, dem Unvorhergesehenen. Ich bin wie ein Entdecker, der von der Idee zu entdecken derartig besessen ist, dass er ab und an den Blick für die spontanen Besonderheiten verliert.

Neujahr lief ich wieder Gefahr, mich blind zu verlaufen. Wäre da nicht jemand gewesen, der mir seinen wunderbaren Blick auf die Leipziger Raritäten geliehen hätte. Lieblingsmenschen wissen es eben am besten.

I. Das Pariser Leipzig
– Café Maître

Milchkaffe und Brioche am Morgen vertreiben Kummer und Sorgen. In der fabelhaften Welt des Café Maître erwachte für einen kurzen Augenblick die Amelie in mir. Das charmante Kaffeehaus an der Karl-Liebknecht-Straße ist ein wunderbarer Ort zum Verweilen, morgens wie abends, ob allein oder zu zweit.

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CAFE MAITRE – Karl-Liebknecht-Straße 62 – 04275 Leipzig

II. Fleisch ist mein Kuchen
– Café Fleischerei

»Grüß Gott. Tritt ein. Bring Glück herein.« Mag das Glück vor dem Besuch kein treuer Begleiter gewesen sein, so stellt sich spätestens nach dem Betreten des kleinen Cafés das Glücksgefühl ein. Dazu bedarf es nicht einmal einer Wurst.

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CAFE FLEISCHEREI – Jahnallee 23 – 04109 Leipzig

III. Der namenlose Gitarrenspieler 2.0
– Galerie für zeitgenössische Kunst

Spätestens seit »Offen auf AEG« ist die Neue Leipziger Schule aus meiner imaginären Kunstsammlung nicht mehr wegzudenken. In der Galerie für zeitgenössische Kunst lässt sich nicht nur mein geliebtes Lubok käuflich erwerben, der Besuch lässt Raum und Zeit vergessen. Mit der deutschen Bahn im Nacken ein Wagnis.

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GFZK – Karl-Tauchnitz-Straße 9-11 – 04107 Leipzig

IV. Einen Tick anders auf dem Kopf
– Mrs. Hippie

Mal neu, mal alt, mal bekannt, mal unbekannt – anders ist es auf jeden Fall. Bei Mrs. Hippie wird man fündig, gerade dann, wenn man nicht auf der Suche ist. So war ich auch in Leipzig gut behütet – jenseits des Alltäglichen.

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MRS. HIPPIE – Karl-Liebknecht-Straße 36 – 04107 Leipzig

V. Das stereotype Stereo
– Tanzcafé Ilses Erika

Vielleicht ist das Tanzcafé Ilses Erika das uneheliche Kind vom Club Stereo. Wie dem auch sei, die Ilse alias Elsaß-Lothringen (Freudscher Versprecher?), hat sich nur wegen seinen Würstchen ein Stein in meinem Brett. Musik, Ort, Mensch – die Ilse hat alles, wo man gerne is(s)t.

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TANZCAFÈ ILSES ERIKA – Bernhard-Göring-Straße 152 – 04277 Leipzig

VI. Am Ende ein Fest
– Café Cantona

Am Ende ein Fest – oder einen Burger. Das Café Cantona kann alles: Von Burger über Nicht-Burger bis hin zu Kuchen. Mit dem wohl größten, fleischgewordenen Veggie-Burger im Magen, hätte die deutsche Bahn auf unserer Heimfahrt streiken können. Ich wäre nach Hause gelaufen, per pedes. Mein persönliches Highlight neben dem Inventar: Die Musik. Ein Hintergrund im Vordergrund.

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CAFÉ CANTONA – Windmühlenstraße 29 – 04107 Leipzig

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Allgemein

How to wear sneakers.

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Wie mich im Alter von 29 Jahren die Liebe zu Turnschuhen fand.

Sport. Mord. Ein Wort fiel nie allein in einem Satz – 28 Jahre lang. Turnschuhe wurden kategorisch abgelehnt.

Vor ein paar Jahren startete ich meinen freiwilligen Erstversuch, sportlich aktiv zu werden: Aerobic für Fortgeschrittene. Zu diesem Zweck kaufte ich mir mein erstes Paar Turnschuhe. Bei Deichmann. Nichts stand mir ferner, als in Funktionskleidung zu investieren. Das war auch gut so. Ich scheiterte kläglich.

Joggen gegen Zucker.

Letztes Jahr war ich jedoch gezwungen umzudenken und stand vor einer schwierigen Wahl: Verzicht auf Muffins, Quarktaschen, Cupcakes & co oder Sport. Ich entschied mich fürs Joggen und rannte an einem schönen Herbsttag in dem besagten Traum aus Silber von Deichmann los. Der Anfang war hart, aber ich renne immer noch. Jetzt mit Quasi-Flügeln von Adidas an den Füßen. Und ja, ich muss gestehen, es fühlt sich immer besser an.

Wer Sport macht, darf Sneakers tragen. Mit Stolz.

Ob es wirklich am Sport lag, sei dahingestellt. Jedoch kam mit dem Joggen, die Freude am Schuh, insbesondere dem Turnschuh. Ein Entkommen gestaltet sich derzeit generell schwierig. Ob Model oder Freak, Nikes und co zieren beinahe jeden Fuß zu beinahe jeder Gelegenheit.

Von Nikes zu Stan Smith

Mit Nikes ging es los. Bunt natürlich. Ein euphorischer Fehlkauf, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat. Doch der Wille zum sporadischen Turnschuhträger blieb. Und so folgte inspiriert vom Berliner Treiben der Kauf des Nike-Paars Nr. II. In Schwarz – sicher ist sicher. Die Liebe ist groß und, siehe da, von Dauer: Ich fühle sich nicht nur hippelig hipp, sondern auch schnell. Wie auf Federn durchlaufe ich den Tag. Der morgendliche Weg zum Zug – ein Kinderspiel.

Heute brachte der glückliche Postmann einer noch glücklicheren Theresa Sneaker-Paar Nr. III: Adidas Originals Stan Smith. Oh, wie sind sie schön. Ein Träumchen. So weiß, so grün, man möchte Tennis spielen gehen. Noch ein paar Monate zuvor hätte ich nicht geglaubt, dass ein blauer Karton mit drei weißen Streifen so viel Freude bereiten kann. Noch stehen sie auf einem imaginären Podest, heute Abend werden sie ausgeführt – Winter hin oder her.

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