Allgemein, Tipps

Lief (nicht) am Erlanger Laufgelage.

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Vom deliziösen Duft in Erlangens Gassen

Wer meint, in Erlangen sei der Hund begraben, täuscht sich. Erlangen läuft. Mindestens zweimal im Jahr, von Gang zu Gang, bis sich die Creme dé la Creme der kochenden Amateure zum finalen Dessert im E-Werk wiederfindet. So bin ich dieses Mal mitgelaufen. Mein kleines Heim wurde zum Hauptgang auserkoren. Beim Laufgelage steht jedoch nicht Sport, im Sinne von »Sport ist Mord«, im Vordergrund. Der kulinarische Genuss erhält Einzug in die Erlanger Gassen: Ein Tauschgeschäft der großen & kleinen Gaumenfreuden. In Zweierteams wird aufgetischt. Dem Gang zum Herd folgt ein Verwöhnprogramm bei anderen kochaffinen Teams divers. Ob Vorspeise, Hauptspeise oder Dessert: Bei Tisch, Gast und Koch werden die Karten jedes Mal neu gemischt.

Ein (im-)perfektes Dinner

Mein chaotisches Wesen neigt dazu utopische Ansprüche an sich zu stellen: Perfektion in jeglicher Hinsicht. Während der Vorbereitung auf das Laufgelage war meine Aufregung so groß, als ob am Abend das Kamerateam von VOX an meine Tür klopfen würde. Leider neige ich dazu, unter Hochanspannung ein Desaster nach dem anderen wie ein Magnet anzuziehen. Erst sagte meine ursprüngliche Laufpartnerin ab. In der darauffolgenden Nacht voller Verzweiflung mutierte meine Küche zu einer Art Labor, indem jeder Versuch misslingen sollte. Schließlich stellte sich auch die Technik quer und mein Ofen (ver-)backte nicht nur die Croissant sondern auch meine Hand.

Beim ersten Mal tut es gar nicht weh.

Doch die Sorgen waren sowohl unergründet, als auch unbegründet. Der Hauptgang schmeckte, zumindest augenscheinlich. Auch der Algorithmus vom Orgateam funktionierte einwandfrei und bescherte uns ein perfektes Match. Der Vorteil gegenüber Tinder: Lebendig, platonisch und gleich Mal 3. Als das bevorstehende Dessert zum Aufbruch trieb, war man beinahe traurig, ziehen zu lassen und weiterzuziehen.

Am Ende die Schlacht

»Leichtsinn kommt vor dem Fall.« War ich Zeit meines Lebens immer Freund von Leichtsinn, weiß ich nun, dass Harmonie unter Anwendung von Ironie in Anfeindungen mit einem finalen Rausschmiss enden kann. Das Dessert ein paar Häuser weiter verleiteten mich und mein mehr oder weniger humorvolles Wesen zu Fehleinschätzungen. Die Umgebung und sein Herrchen ließen auf offene Ohren, offene Köpfe und offenes Mundwerk schließen. Leider verfehlte mein offenes Mundwerk den guten Ton. So trafen meine gewählten Worte zielsicher ein: In die Achillesferse von Siegfried. Der verletzte Siegfried tat das, was ein Mann tun muss: Er verteidigte seine Ehre und schmiss mich raus. Mit viel Wein und einer gehörigen Portion Unterwürfigkeit konnte ich jedoch die Wogen in Siegsfrieds Gemüt glätten. Von wegen alles gescripted: Siegfried und ich haben den empirischen Beweis geliefert, dass auch ohne redaktionelle Vorarbeit von VOX binnen Minuten ein Laufgelage zum katastrophalen Schaugelage mutieren kann.

Lauf, Theresa, lauf.

Aufstehen, (kein) Krönchen richten und weiterlaufen. Auch wenn ich dem Schlager eher ablehnend gegenüberstehe, werde ich »Michelles« Rat befolgen. Das Laufgelage ist ein viel zu wunderbares Ganzes, um sich durch kleine & große Pannen entmutigen zu lassen. Bis zum nächsten »Running Dinner« übe ich mich: Im Kochen & humorvoller sozialer Interaktion.

Am 10. November geht es wieder in 3 Gängen durch Stadt:
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