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Französisch to go.

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Smartes Dasein

Technische Geräte – Gebrauchsgegenstände. Ihre Lebzeiten sind meist von kurzer Dauer. Mehrere iPhones habe ich bereits auf dem Gewissen. An meiner Seite im Chaos zu überleben, ist für sensible Technik ein Ding der Unmöglichkeit. Die Traurigkeit über Verluste materieller Art ist zwar intensiv, aber schnell vorbei. Weniger smart lebt es sich auch ganz gut.

Mein jetziges iPhone und ich sind schon erstaunlich lange miteinander glücklich. Seit über einem Jahr begleitet es mich zum Joggen, spielt mir auf langweiligen Fahrten Musik vor und unterstützt mich dabei, mein Mitteilungsbedürfnis zumindest telefonisch zu befriedigen. Weitere Beschäftigungen wie Spiele lehnten wir bisher ab. Wir waren uns genug.

Hoffnung für die Sprachlosen.

Doch eine App hat meinen Spieltrieb hervorgeholt: »duolingo«. Englisch und Französisch für unterwegs.

Das Suchtpotential ist groß. Zu Schulzeiten auf tote Sprachen fokussiert, musste ich spätestens an der Uni feststellen, dass Altgriechisch und Latein zum luxuriösen Wissen gehören und im Alltag herzlich wenig bringen. Sprachlich eher unbegabt habe ich mich zu Studienzeiten schließlich doch an die sprachliche Vielfalt herangewagt. Mit mäßigem Erfolg. Meine Englischkenntnisse reichen zwar zum Überleben, im Fluss sind sie jedoch nicht. Der Französischkurs wurde nach den ersten drei Wochen abgebrochen. Ich wollte einfach nicht sprechen. Laut. Vor Anderen.

Nun lerne ich im Geheimen. Alleine. Und überrasche am Ende als Native Speaker, oder zumindest hörbar sprechend. Fremde Fremdsprachen.

Ein Freund hat mir die App vorgeführt. Ganz nebenbei. Nun ist sie ganz nebenbei zu meiner hauptsächlichen Nebenbeschäftigung mutiert. In kleinen spielerischen Lerneinheiten bessere ich überall, ob zu Fuß oder in der Bahn, meine Englischkenntnisse auf und lerne Französisch. Mein Umfeld, auch meine WG, mag verwirrt erscheinen, doch mir ist das egal. Theresa goes international.

»Je suis une femme.« Hat man solch bedeutungsvolle Sätze richtig geschrieben, aufgesagt oder verstanden, gibt es zur Belohnung Lingos – Herzchen. Das Prinzip Schule und Fleißkärtchen funktioniert auch heute noch. Ein weiterer Fortschritt im Bildungssystem: Tippfehler zählen nicht. Ach, wie wäre es wunderbar gewesen, wenn auch in der Schule Schreibfehler nicht benotet worden wären.

Mein Ziel: Xavier Dolans Meisterwerke auf Französisch gucken. Doch dafür muss ich noch einige Lingos sammeln.

»She is wearing a hat.« – Wie wahr.

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